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  1. Bereitschaft Klotten

First Responder? Was ist das?

Die Aufgabe der First Responder ist es, im Sinne der Nachbarschaftshilfe bei lebensbedrohlichen Verletzungen oder Erkrankungen bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes tätig zu werden. Die Einsatzkräfte werden parallel zum Rettungsdienst über Funkmeldeempfänger alarmiert und machen sich unmittelbar nach dem Alarm - zu jeder Tages- und Nachtzeit - auf den Weg zur Einsatzstelle. Der Vorteil hierbei: der Notfallpatient wird schneller einer Behandlung zugeführt und der Einsatz kann rechtzeitig professionell organisiert werden, um den Ablauf zu optimieren. Die Klottener First Responder-Gruppe besteht derzeit aus acht Helfern, die auch alle in dem Moselort wohnen.

"Alltag" eines First Responder

An einem Sonntag irgendwann in diesem Jahr...es ist kurz nach 12 und ich bereite grade das Mittagessen zu. Beim Zubereiten der Sauce zucke ich zusammen...dieser Ton, der aus meinem Wohnzimmer schallt, bedeutet für unser Mittagessen nichts Gutes. Noch während die Durchsage mit groben Angaben kommt, schalte ich alle Herdplatten aus, nehme die kochenden Nudeln noch schnell vom Herd. Jetzt heißt es sich zu beeilen. In der Alamgruppe wird schnell durchgegeben, wer kommt bzw. nicht kommen kann. Noch während ich mich anziehe, rufe ich die Leitstelle an und melde mich wie immer mit: "Hallo, hier ist XY von den First Respondern Klotten. Ihr habt uns alarmiert?" "Hallo XY, ja fahrt mal in die Musterstraße 123 zu Herrn Musterfrau, Synkope. Zu dir kommt noch der 31/83-1 und der Christoph23." "Alles klar, geben dann Rückmeldung vor Ort." Jetzt heißt es sich zu beeilen, schnell auf dem Weg zum Auto in die Gruppe noch Einsatzort und Anlass schreiben, den Mitfahrer einsammeln und mit dem Material zum Einsatzort fahren. Da wir keine Sonder- oder Wegerechte haben, dürfen wir auch nicht wirklich schneller fahren, wir hoffen nur darauf, das jemand den Warnblinker bemerkt und uns vielleicht vorbei lässt... Am Einsatzort angekommen, werden wir schon von der Nachbarin erwartet, die uns den Weg zu Herrn Musterfrau zeigt. Sie wird wieder raus geschickt, um den Rettungsdienst auch einzuweisen. Wie fangen an den Patienten zu untersuchen und nach kurzer Zeit gibt einer von uns kurz Rückmeldung an die Leitstelle zum Verletzungsmuster des Patienten. Während wir unsere Basismaßnahmen weiter fortführen und nebenher die Infusion schon vorbereiten, kommt der RTW an. Nun wird eine Übergabe an den Rettungsdienst gemacht, damit die wissen, wie wir den Patienten vorgefunden haben und was wir bisher unternommen haben. Bei der weiteren Versorgung unterstützen wir den Rettungsdienst, bis wir den Rettungshubschrauber hören. Dessen Besatzung fährt nun einer unserer Helfer abholen um den Notarzt zügig zum Patienten zu bringen. Bald ist Herr Musterfrau soweit stabilisiert, das er ins Krankenhaus transportiert werden kann. Für uns heißt es jetzt noch Taschen auffüllen, Material reinigen bzw desinfizieren, Protokoll schreiben und dann endlich können wir auch heim. Ich bin schon sehr gespannt, wie mein Mittagessen auf dem Herd wohl aussehen mag. Ist es verbrannt, verkocht oder einfach nicht mehr genießbar? Vermutlich ein bisschen von allem...aber dafür haben wie die Überlebenschancen des Herrn sehr gesteigert. Ach ja, den Tag, die Uhrzeit und den Anlass kann man beliebig austauschen; der Melder geht fast immer zu einem ungünstigen Zeitpunkt...